Für letztes Wochenende hatte ich das Konzert von The Busters beworben. Dort war ich aber nicht. Grund war eine Mischung aus „zu teuer“ und „kein Bock“.
Dafür ging es am Sonntag in die Kreuzkirche. Dort spielten Giora Feidman Klarinette und Matthias Eisenberg Orgel: „From Classic To Klezmer Part Two“. Das war ein Konzerterlebnis der Extraklasse. Ich weiß nicht ob ich zuvor schon einmal etwas vergleicbares gehört habe. Klar: zum Tanzen war es die falsche Veranstaltung. Man saß auf seiner Holzbank und lauschte überwältigt der Musik.
Das Publikum war kunterbunt gemischt: da waren Frauen in dicken Pelzmänteln, eine Diakonisse, Jugendliche mit langen Haaren, Herren im Anzug, aber vorwiegend so die Generationen zwischen 40 und 80.
Beide Musiker beherrschten perfekt ihre Instrumente, doch das war nicht alles. Die Spielweise versetzte einen in eine Stimmung, in der man komplett die Zeit vergaß. Giora Feidmann regte das Publikum manchmal zum Mitsummen an und die Improvisationen von Matthias Eisenberg ließen sogar seinen Tourneepartner stellenweise Erstaunen ausdrücken. Das klingt jetzt alles sicher relativ komisch wenn man nicht mit dabei war.
Am Interessantesten war der Abschluss. Da wurde ein Stück gespielt in dem das Deutschlandlied und auch התקווה (hebr. haTikvah) zusammenflossen. Das ganze als Zeichen wie Musik zur Versöhnung von Völkern beitragen kann. Das Konzert wurde nie für Applaus unterbrochen, da einfach keine Pausen dafür gelassen wurden. Als letztes Stück stimmte Giora Feidman „Shalom Chaverim“ an, ließ alle mitsummen und verschwand durch den Mittelgang des Kirchenschiffes.
Das bemerkenswerteste war neben der Musik wie viel Platz selbiger gelassen wurde. Die Künstler hatten diese absolut in den Vordergrund gestellt ohne stetig sich vom Publikum feiern zu lassen, ohne ständig auf den CD Stand zu verweisen.
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